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Stille integrieren

Denken ist eine revolutionäre Kraft, sie schafft Wirklichkeit

Gemeinsame Stille als Prozeß erleben – die Gruppe, das Feld weiten.
Die Aufgabe wäre: nach einer tiefen, intensiven Stille-Einheit, um sich zu sammeln, zum Innehalten – es werden fließende Räume im Inneren spürbar, im Zwischen-Sein einfach Werden, im Miteinander-Sein die Anwesenden wahrnehmen, den Raum erspüren der uns umhüllt.
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Inspiriert von Susanya
„Jede soziale Handlung hat vier mögliche Quellorte

  1. Ich in mir – handle aus dem Zentrum, das innerhalb der Grenzen der eigenen Organisation / Systems liegen
  2. Ich in es – handle aus der Peripherie der Grenzen der eigenen Organisation / System
  3. Ich in dir- von jenseits der Grenzen der eigenen Organisation
  4. Ich in Gegenwärtigung – Handeln vom entstehenden Umfeld des Ganzen her –  jenseits der offenen Grenzen der eigenen Organisation

Diese vier Quellen bringen unterschiedliche Feldstrukturen hervor, die den sozialen Prozess auf eigene Weise konfigurieren, soziale Interaktionsmuster hervorbringen.

Varelas – die Gesten des Öffnungsprozesses erkunden

  • Innehalten – „Suspension“ beenden von Gewohnheitsmustern, Schauen aus einer mehr überblickenden Perspektive. Suspensionsphase ertragen das nichts passiert, Innehalten und dranbleiben ist entscheidend
  • Umwenden – „Redirektion“ von einem Äußeren zu einem inneren Umlenken, zum Ursprungsort der Aufmerksamkeit statt zum Objekt.
  • Loslassen – „Letting Go“ mit Feingefühl unsere Erfahrung akzeptieren

Die Einzelperspektive zum Ganzen wenden, aus der die eigenen Handlungen als Teil des Ganzen wahrgenommen werden können. Tiefer Ort der Stille – fragen nach Neuem  – presencing – anwesend werden. Frage: Was ist dein Intention für heute, hier? – Öffnung des Denkens – IQ Fähigkeit analytisch und intellektuell denken Umgang mit Fakten

  • Feinde – Stimme des Urteilens verhindert Kreativität
  • Dialog – echten Raum für das Zuhören und die Reflexion schaffen“

„Denken ist eine revolutionäre Kraft, sie schafft Wirklichkeit“ Otto Scharmer

Dieser Textausschnitt ist zum größten Teil von Susanya übernommen, wer mehr zu dieser evolutionären Herzens- und Denk-Kraft lesen will – einfach diesem Link folgen

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Wahrnehmung Wahrgebung

gruen-tuerkis-web

Bild 1 von 4

Grün-Türkis - Öl auf MDF - 100 x 100 - 2011


Die Farbe lebt – …Die Suche nach dem optimalen Bild ist es, die treibt, die den Maler immer wieder motiviert aufs Neue zu wagen, was längst bewältigt scheint: sich aber stets, ganz nach der Lage der Dinge und Stimmung des Künstlers, anders gibt. Mit und/oder in der Farbe? Gegen sie? Als Mittel zum Zweck? Aber was bitte, ist der Zweck? Die Kunst? Wirklich?…
(Zitat aus: Kunstzeitung – Ausgabe 30 April 2011 von Karlheinz Schmid)

Hier stellt sich die Frage, ob diese „fragende“ Geisteshaltung tatsächlich der Gegenwart entspringt oder nicht doch vielmehr nur noch im alten Jahrhundert beheimatet ist. Geht es in diesem noch jungen Jahrtausend nicht viel mehr um wahrnehmen, wahrgeben und integrieren? Neben der oberflächlichen (retinalen) Beschäftigung mit den Kunstwerken unserer Zeit kann es doch ohne eine sinngebende Verinnerlichung nicht tiefer gehen. So stellt sich nach den Bemühungen des Abstrakten Expressionismus, der Landart oder auch des colorfield painting die Aufgabe dar, tiefer einzusteigen in die inneren Welten des Kunstschaffens, der künstlerischen Ambition.

Vielleicht ist dieses oberflächliche Schauen ein Phänomen unserer Zeit – für eine integrale Sicht und Wirksamkeit der Kunst und des künstlerischen Anspruchs allerdings eher unbrauchbar.

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Jeder Mensch ein Künstler

Jeder Mensch (ist) ein Künstler

Beuys Veständnis des kreativen Potentials eines jeden Menschen

Jeder Mensch „ist“ ein Künstler! Ist – Ein kleines Wörtchen, daß in der Folge zu allerlei Missverständnissen geführt hat und immer wieder führt. Gemeint ist nicht, daß jeder Mensch per se ein Künstler ist, einfach weil er / sie Mensch ist und somit alles Geschaffene dem Kunst-Anspruch dadurch gerecht wird. Vielmehr ist in der späteren Reduktion dieser Aussage (jeder Mensch ein Künstler) gemeint, daß im Mensch-Sein das Potential für das Künstlerische, für die Kreativität begründet liegt. Begründet ja, aber nicht in allen Fällen zu Tage tritt, ganz im Gegenteil. Wie aus dem unten stehenden Textausschnitt zu ersehen ist, war Beuys ein ebenso großer Redner, der es verstand mit Worten zu modulieren wie ein großer Modulator in der Kunst – ein Transformator.

Porträt & Interviews (55 Min.) Teil 6/6

Hier ein Auszug aus der wunderbaren Zusammenfassung von Michael Kröger / Stiftung Museum Schloss Moyland / Osnabrück:

Schweigen und Sprechen

„Dass den Kunst-Kommunikator Beuys dabei auch das Schweigen von Marcel Duchamp, konkreter gesagt die mangelnde Bezogenheit menschlicher Aktivitäten im Bereich ästhetischer Fragestellungen, nachhaltig provozierte[16], zeigt, wie sehr sich Beuys nicht nur vom Einfluß des Namens DUCHAMP und seinen Antikunst-Werken herausgefordert fühlte, sondern zugleich, wie er der Paradoxie eines „beredten Schweigens“, das Duchamps so erfolgreich kultivierte, seinen eigenen Kunst-Diskurs entgegensetzte, der gerade gegenteilig ein im Medium der Kunst materialisiertes „Reden“ (über die Kunst, den Menschen, die Gesellschaft) in die Welt ausstrahlte. Daß Schweigen ein notwendig selbstwidersprüchliches Element der Kommunikation und damit auch der Kunst17 werden mußte, zeigte sich an der Art und Weise, wie Beuys seinem großen Widersacher Duchamp begegnete: Beuys erzwang auf seine Weise die seinerzeit spürbare schweigende Abwesenheit von Duchamp zum „Sprechen“ zu bringen – indem er das Schweigen Duchamps 1964 im Fernsehen als Problem problematischer „Kommunikation“ mit der Kunst thematisierte.

Beuys fand dieses Schweigen bekanntlich überbewertet – was auch die Frage provoziert, wie Künstler und Betrachter dieses eigentlich angemessen bewerten können. Das Schweigen Duchamps wurde übrigens einige Jahre später erneut Thema einer Reflexion von Nichtkommunikation: Acht hintereinander positionierte Plexiglasscheiben, die Wortfetzen transparent un-sichtbar machen, tragen den Titel „Not Wanting To Say Anything About Marcel“. Das Werk aus dem Jahr 1969 stammt von John Cage und Calvin Sumsion.“

Schweigen & Reden (aus: http://www.kunstlinks.de/material/kroeger/beuys/)