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Paul Valery

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 Entgrenzen hin zur Dichte

Garten an der Amalfi Küste

Garten an der Amalfi Küste

Der Frühling als eine Zeit des Knospens und Aufblühens scheint auf den ersten Blick die Grenzen zu weiten, da alles aufzugehen scheint. Licht wird lichter, Farbe wird farbiger, Herz wird freudiger und die Seele schwingt weiter. Ein Glück wenn Ablagerungen am Seelengrund ein wenig angeschliffen, aufgerauht und durchgestaubt werden, um sich dem nächsten Frühlingswind hinzugeben, da verbraucht und verblichen nicht mehr von Bedarf. Und so finden entgrenzte Farbflächen die Oberfläche des Seins, während alles lichter scheint…

Ich grenze wie wenig auch, an alles immer mehr.
Paul Valery

Übergänge wirken als Entspannung gerade weil sie unbestimmt vom Einen zum Anderen führen. Das Leben lebt sich selbt, während sich die Seele am Wundersinn erfreut. Ein Glück haben wir das Wundern nicht verlernt in dieser so bestimmenden Zeit, wo so vieles definiert und vorbestimmt scheint. Immer wieder überrascht von den Wendungen im Unerwarteten und freudig erregt über neue Möglichkeiten…

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365 Alben – Tag 2 – Rilke Projekt

Rilke Projekt - In meinem wilden herzen

Ein Tag voller Wirbel…

Rilke Projekt - In meinem wilden herzen

Rilke Projekt – In meinem wilden herzen

…und was paßt da besser als Meister Rilke in einer sagenhaften Vertonung von Schönherz und Fleer. Das Rilke Projekt auf den Ohren „In meinem wilden Herzen“ – erklingen all die Zeilen voll Poesie (wohl in dieser Zeit ein eher unbrauchbares Wort) – Weltenklang und dichter Stille, so daß alles was weit noch geweitet und alles was eng hindurch gewoben in höhere Welten, einen Zauber ausbreitend die Seele erfüllt. Keine Kälte kann da die Wärme vertreiben, die von weit weg ganz nah am Herzen wohnt…

 

Die Liebenden

Richard Schönherz und Angelica Fleer

Richard Schönherz und Angelica Fleer

Sieh, wie sie zu einander erwachsen:
in ihren Adern wird alles Geist.
Ihre Gestalten beben wie Achsen,
um die es heiß und hinreißend kreist.
Dürstende, und sie bekommen zu trinken,
wache und sieh: sie bekommen zu sehen,
laß sie ineinander sinken,
um einander zu überstehn.

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Kunst der Stille

Die Stille („hörst Du Geliebte“)

Kirschblüten

Hörst du Geliebte, ich hebe die Hände
hörst du es rauscht
Welche Gebärde der Einsamen fände
sich nicht von vielen Dingen belauscht?
Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider
und auch das ist Geräusch bis zu dir.
Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder
aber warum bist du nicht hier.
Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung
bleibt in der seidenen Stille sichtbar;
unvernichtbar drückt die geringste Erregung
in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.
Auf meinen Atemzügen heben und senken
die Sterne sich.
Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,
und ich erkenne die Handgelenke
entfernter Engel.
Nur die ich denke: Dich
seh ich nicht.

Rainer Maria Rilke –  Das Buch der Bilder